Ess-Brech-Sucht (Bulimie)

Ess-Brech-Sucht (Bulimie)

Dieses Krankheitsbild wird durch wiederholtes Auftreten von Fress- oder Heisshungerattacken charakterisiert. Die Häufigkeit dieser Essanfälle, bei denen größere Nahrungsmengen mit hohem Energiegehalt verzehrt werden, reicht von einmal pro Woche bis mehrmals täglich. Das Essverhalten der Bulimiekranken ist neben unkontrollierbaren, episodischen Anfällen durch stark gezügeltes Essverhalten, regelmäßig absichtlich herbeigeführtem Erbrechen nach einer Essattacke und krankhafter Angst vor dem Dicksein charakterisiert.

Einige Betroffene treiben - ähnlich wie bei der Anorexia nervosa - übermäßigen Sport und nehmen Abführ- und Entwässerungsmittel, um ihr Gewicht zu halten. BulimikerInnen sind oft normal oder sogar übergewichtig und fallen dadurch in ihrer Umgebung lange nicht auf. Meistens besteht im Gegensatz zur Anorexie ein enormer Leidensdruck.

Körperliche Folgeschäden der Bulimie werden vorwiegend durch das wiederholte Erbrechen verursacht:

  • Entzündungen der Speiseröhre und der Speicheldrüsen, bedingt durch die ätzende Wirkung der Magensäure
  • Mineralstoffmangel (Elektrolytmangel) durch vermehrten Verlust über die Ausscheidung von Magensaft
  • Zahnschäden verursacht durch die Übersäuerung im Mundraum
  • Magengeschwüre durch Überbeanspruchung des Magens
  • Herzrhythmusstörungen aufgrund von Reizleitungsstörungen, welche durch eine Verschiebung des Elektrolytgleichgewichts verursacht werden

Auch von der Bulimie sind hauptsächlich Frauen betroffen. Die Häufigkeit ist schwer zu ermitteln. Vermutlich liegt die Dunkelziffer sehr hoch. Es werden je nach Studie Zahlen zwischen 1 und 8 Prozent genannt.

25.10.10 11:37

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